Biometrische Erkennungsmethoden haben in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erlebt. Der technologische Fortschritt erlaubt in zunehmendem Maße rasche Messungen von biologischen Charakteristika und deren Auswertung mit vertretbarem Aufwand und hoher Qualität. Der Einsatz von Biometrie ist ein vielversprechender Ansatz, das ungelöste Problem vieler Sicherheitskonzepte zu lösen: Wie verbindet man Identitäten und die dazugehörigen Rechte mit den richtigen physischen Personen, die der Identität entsprechen? In der globalisierten Informationsgesellschaft ist die Lösung dieses Problems von zentraler Wichtigkeit.
Unterschieden werden biometrische Verfahren und Systeme. Ein biometrisches Verfahren ist ein auf biometrischer Erkennung basierender Mechanismus zur Authentisierung eines Menschen aufgrund seiner persönlichen, biologischen Eigenschaften mittels entsprechender Erkennungsgeräte. Unter einem biometrischen System ist ein kombiniertes Hard- und Software-Gefüge zur biometrischen Identifikation oder biometrischen Verifikation der Identität zu verstehen, das unter Verwendung biometrischer Verfahren arbeitet.
Biometrische Verfahren werden dadurch ermöglicht, dass verschiedene Körper- oder Verhaltensmerkmale einem bestimmten Menschen zuzuordnen sind. Erkannt wird der Nutzer hier anhand seiner Individualität. Körperliche Merkmale sind in der Regel untrennbar mit dem Körper der Person verbunden und müssen daher nicht erst dem Berechtigten künstlich zugeordnet werden. Im Gegensatz zu lediglich auf die Person bezogenen Merkmalen sind diese also direkt und nicht nur abgeleitet unmittelbar an die Person gebunden. Körperliche Merkmale sind in der Regel auch nicht wie lediglich einer Person künstlich zugeordnete Besitzelemente verlierbar. An ein körperliches Merkmal muss sich der Merkmalsträger nicht erinnern, er trägt es untrennbar stets bei sich. Es kann im Allgemeinen auch nicht geheim gehalten werden. Im Gegenteil liegen viele der für eine biometrische Erkennung verwendeten körperlichen Merkmale wie Gesicht und Finger offen. Biometrische Merkmale können schließlich nicht übertragen oder weitergegeben werden. Wenn die Zuordnung des körperlichen Merkmals zu einer Person korrekt erfolgt, kann mit Verwendung dieses Merkmals somit sichergestellt werden, dass es sich bei der vorhandenen Person tatsächlich um die angenommene bzw. behauptete Identität handelt. Es ergeben sich also erhebliche Vorteile gegenüber einer Authentisierung anhand des Prinzips Besitz und Wissen.
| Eigenschaft | Erfassung | Invarianz | Einzigartigkeit | Akzeptanz |
| Handgeometrie | Optisch (IR) | gut | 0,736111111 | sehr gut |
| Zwei-Fingergeometrie | Optisch (IR) | gut | 0,736111111 | sehr gut |
| Augennetzhaut | Optisch (Laser) | sehr gut | 1:1 Million | weniger gut |
| Augeniris | Optisch | sehr gut | 1: 6 Millionen | gut |
| Venen Handoberfläche | Optisch (IR) | gut | unbekannt | sehr gut |
| Unterschrift | Dynamisch (Druck) | nicht gut | 1:10000 | sehr gut |
| Stimme | Elektroakustisch | nicht gut | 1:10000 | gut |
| Gesicht | Optisch oder IR | gut | unbekannt | gut |
| Fingerabdruck | Optisch, kapazitiv etc. | sehr gut | 1:1 Million | gut |


