Die Retina (lateinisch rete = Netz) ist ein weiterer Bestandteil des Auges. Sie wird auch als Netzhaut bezeichnet und befindet sich an der hinteren Innenseite des Auges. Die Retina ist eine Schicht von speziellem Nervengewebe und besteht darüber hinaus aus lichtempfindlichen Gewebeanteilen. In ihr wird das auftreffende Licht, nachdem es die Hornhaut, die Linse und den Glaskörper durchquert hat, in Nervenimpulse umgewandelt. Die einzigartige Struktur der Blutbahnen wird zur biometrischen Erkennung angewandt. Als Technologie hat sich die Retinaerkennung noch nicht so weit durchgesetzt im Gegensatz zur Iriserkennung.
Der Benutzer darf seinen Kopf beim Erkennungsprozess nicht bewegen und muss auf ein grünes Licht schauen, das vom Gerät gesendet und eingefangen wird. Der Scanner erfasst die durch die Retina reflektierten Lichtstrahlen und erstellt daraus einen 96 Byte großen Datensatz. Die benötigte Zeit beträgt etwa 1,5 Sekunden. Dieses Gerät besitzt eine schmale Öffnung mit Infrarotlicht.
Da Tragen von Kontaktlinsen beeinträchtigt die Erkennung nicht. Eine Brille muss für den Erkennungsvorgang abgenommen werden, da das Auge den Scanner berühren muss und eine Brille dies verhindert.
Die Vorteile der Retinaerkennung liegen in der hohen Fälschungssicherheit, der geringen Datensatzgröße und der geringe Fehlerrate. Demgegenüber stehen aber auch Nachteile die besonders im Bereich der Benutzerakzeptanz liegen. Durch den Kontakt des Auges mit dem Scanner und der Ausleuchtung der Retina mit einem Laser gibt es große gesundheitliche Bedenken und die Auffassung, dass die Retinaerkennung in einen sehr intimen Bereich eindringt. Zum anderen sind die relativ hohen Kosten ein Nachteil für dieses Verfahren.


