Biometrische Merkmale beruhen stets auf drei Anteilen. Zum einen entstehen sie genotypisch, d. h. sie sind genetisch bedingt und damit teilweise auch vererbbar. Zum anderen entstehen sie in einer embryonalen Phase auf der Basis von Zufallsprozessen, also randotypisch, und bleiben ein Leben lang erhalten. Und schließlich sind sie verhaltensgesteuert und damit konditioniert und können teilweise anerzogen und geändert werden.
Unterschieden werden biometrische Verfahren, die mit physiologischen Merkmalen arbeiten, und solche, die verhaltensbezogene Merkmale verwenden. Die Merkmale sind entweder unveränderlich, oder aber veränderlich und damit abhängig vom Verlauf. Die darauf beruhende Unterscheidung in statische und dynamische Verfahren lässt sich allerdings nicht immer einhalten, da ein prinzipiell statisches Verfahren, das mit unveränderlichen Merkmalen arbeitet, durch die konkrete Anwendung auch veränderliche Anteile enthalten und dadurch dynamisch werden kann. Dies ist etwa dann der Fall, wenn ein an sich statisches Sprechererkennungs- oder Unterschriftenprüfsystem zusätzlich ein variables Passwort verwendet.
Verfahren, die mit physiologischen Merkmalen arbeiten, beruhen in der Regel auf der Verwendung passiver Merkmale wie Gesicht, Iris, Finger oder Hand. Verhaltensbezogene Merkmale beruhen dagegen grundsätzlich auf einem aktiven Tun wie Unterschrift, Stimme oder Anschlagrhythmus an einer Tastatur. Sie basieren somit auf der Untersuchung der personencharakteristischen Anteile menschlicher Aktionen. Verhaltensbezogene Verfahren unterliegen immer natürlichen Schwankungen. Sie enthalten aber auch stets eine physische Komponente, die bei der Merkmalsauswahl der biometrischen Systeme in der Regel dominieren, und stellen damit auch immer eine Ausprägung eines statischen Merkmals dar. So ist zwar etwa die Unterschriftsbewegung immer unterschiedlich, jedoch ist diese grundsätzlich durch das immer konstante motorische System der jeweiligen Person bestimmt, so wie auch die Stimme einer Person zu einem Großteil durch die Struktur des Mund- und Rachenraumes geprägt ist.


