Die Iriserkennung stützt sich auf die Tatsache, dass die Iris jedes Individuums eine individuelle Struktur besitzt. Die Iris (Regenbogenhaut) ist ein ringförmiger Muskel der in der vorderen Augenkammer hinter einer transparenten Hornhaut, der Cornea, sitzt. Dadurch geschützt von äußeren Einflüssen stellt die Iris mit ihrer gut strukturierten Oberfläche ein effektiv verwertbares biometrisches Merkmal dar. Die Regenbogenhaut ist bis zum 8. Schwangerschaftsmonat weitgehend ausgebildet und enthält ein komplexes Muster. Diese Strukturen sind bei jedem Menschen unterschiedlich und unterscheiden sich selbst bei eineiigen Zwillingen.
Iris-Scanning gilt als ganz besonders genaue Identifizierungstechnologie, da sich die Eigenschaften der Iris im Leben eines Menschen nicht verändern und weil eine Iris mehrere hundert messbare Variablen aufweist. Überdies ist es ein schnelles Verfahren, das nicht länger als ein bis zwei Sekunden dauert.
Die Erkennung an der Iris erfordert eine Vielzahl von mathematischen Vorüberlegungen. Einen wichtigen Teil bilden die Waveletfunktionen. Sie dienen dem Erstellen des eindeutigen Iriscodes. Einer der Pioniere dieser Verfahren, John Daugman, war in der Lage diesen Iriscode in nur 2048Bit darzustellen.
All diese Eigenschaften haben die Iriserkennung zu einer attraktiven Technologie im Einsatz für Sicherheitsanwendungen gemacht, wie beispielsweise für die Gefängnisüberwachung. Die Iristechnologie wird aber auch für Onlineanwendungen eingesetzt, wo sie die Identifizierung via Passwort ersetzen kann. Wie auch im Fall der anderen biometrischen Technologien ist die Verwendung von Iris-Scanning zum Schutz privater Bereiche eine zweischneidige Angelegenheit. Denn der Schutz gegen den Identitätsdiebstahl funktioniert nur horizontal, nicht vertikal, also etwa im Falle der Dateneignung durch Behörden: die Datenbeschaffung, die während der Identifizierung geschieht, wird auch nicht als Diebstahl der Identität einer Person durch das biometrische System bezeichnet.
Im Prozess der Iriserkennung trifft die biometrische Technologie beinahe buchstäblich ins "Schwarze des Auges". In einer Welt, die mit sich verändernden und manipulierten Bildern übersättigt ist, setzt man auf die Iris, um an die "letzte Wahrheit" in Form einer digital artikulierten Identität heranzukommen.


