Biometrie für deutsches Mensaessen
(12/2006 orf.at) In der deutschen Stadt Offenburg müssen die Schüler in Zukunft ihr Hände vor dem Essen besonders gründlich waschen: Ihre Mensaessen können sie demnächst nur mit Fingerabdruck bezahlen.
Der zuständige Gemeinderat gab für die Einführung eines biometrischen Bezahlsystems am Montagabend grünes Licht.
110.000 Euro für 5.000 Schüler
An den acht Ganztagsschulen Offenburgs zahlen 5.000 Schüler somit vom kommenden Schuljahr an ihr Essen ohne Bargeld oder Chipkarte. Lediglich ein Fingerabdruck auf die bei den Kassen aufgestellten Lesegeräte reicht dann für die Bezahlung.
In das System würden 110.000 Euro investiert, gab der zuständige Finanzbürgermeister Christoph Jopen bekannt.
Erfassung persönlicher Daten
Damit das System auch funktioniert, müssen die Schüler zuvor allerdings ihre Daten an- und einen passenden Fingerabdruck abgeben.
Im Gegensatz zu Chipkarte und Bargeld sei das auf Körperdaten basierende Bezahlsystem sicher und zugleich wirtschaftlich, sagte Jopen. So könne etwa der Verlust oder Diebstahl von Karte oder Geld verhindert werden.
Der Datenschutz werde garantiert, weil nur Name und Bankverbindung der Schüler gespeichert würden. Abgebucht wird laut Angaben automatisch.
Warnung der Konsumentenschützer
In Bayern kann man demnächst in zwei Edeka-Filialen ebenfalls nur mit Fingerabdruck bezahlen. Allerdings müssen die Kunden hierbei auch ihre finanziellen Verhältnisse offen legen.
Anlässlich der Vorstellung des Edeka-Systems meldeten Konsumentenschützer Bedenken an: Der Fingerabdruck sei als biometrisches Merkmal ungeeignet, da er in der persönlichen Umwelt zu oft vorkomme, sagte Michael Bobrowski, Referent für Telekommunikation beim Verbraucherzentrale Bundesverband.
"Alles, was wir anfassen, trägt Fingerabdrücke - da besteht eine vergleichsweise große Gefahr, dass ihn jemand abnimmt und missbraucht."


