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FAQ

Hier finden Sie eine Übersicht häufig gestellter Fragen zum Thema Biometrie. Falls Sie keine Anwort auf Ihre Frage finden, senden Sie uns Ihre Frage bitte direkt an dialog@biometrie.eu. Unsere Experten werden Ihnen dann umgehend antworten. Dieser Service ist für Sie kostenlos.

Allgemein

Was sind biometrische Verfahren?

Biometrische Identifikationsverfahren (häufig kurz mit "Biometrie" bezeichnet) sind Verfahren, die eine Person anhand physiologischer Charakteristika (Fingerabdruck, Gesicht, Iris) oder Verhaltensweisen (Stimme, Bewegung, Schrift) automatisiert erkennen.

Warum biometrische Verfahren?

Ein biometrisches Verfahren zieht physiologische und verhaltenstypische Charakteristik des Anwenders zur Authentifikation, das heißt Überprüfung der Echtheit einer Person, heran. Es erfasst personengebundene und nicht personenbezogene Merkmale.

Die heutigen Hilfsmittel zur Speicherung von Passwörtern und PINs sind als temporäre Speicher geeignet. Sie haben aber den großen Nachteil, dass sie verloren gehen oder verlegt werden können. Körpereigene, biometrische Merkmale einer Person können im Gegensatz dazu nicht vergessen, weitergegeben, erspäht oder gestohlen werden.

Wie entstehen biometrische Charakteristika?

Biometrische Charakteristika entstehen:
- genotypisch, also durch Vererbung:
- randotypisch, durch Zufallsprozesse in einer Frühphase der embryonalen Entwicklung
- konditioniert , durch Training bestimmt

In der Regel sind bei biometrischen Charakteristika alle drei Entstehungsarten mit zum Teil stark unterschiedlichen Gewichtungen vertreten.

Welche Anforderungen sind an biometrische Merkmale und Charakteristika zu stellen?

Damit sich Körpermerkmale für biometrische Verfahren eignen, müssen sie folgende Eigenschaften haben:

- Akzeptanz: Die Verfahren sollten von den Anwendern akzeptiert werden und dürfen weder die Gesundheit noch die Würde der Anwender verletzen (z.B. Körpermerkmale im Genetalbereich).
- Beständigkeit: Das Merkmal sollte sich im Laufe der Zeit nicht verändern und nach Möglichkeit noch über den Tod hinaus erhalten bleiben.
- Disponibilität: Das Merkmal sollte bei allen Anwendern vorhanden sein und keine Personenkreise ausschließen.
- Einzigartigkeit: Das Merkmal sollte bei verschiedenen Personen so unterschiedlich wie möglich ausgeprägt sein. Am besten geeignet sind Merkmale, welche in der Embryonalphase durch Zufall entstanden sind.

Welche zusätzlichen Informationen stecken hinter den biometrischen Merkmalen?

Das ideale biometrische Merkmal liefert nur die für Identifikationszwecke erforderliche Einmaligkeitsinformation. Es liefert hingegen keine Informationen, die Rückschlüsse auf weitere datenschutzkritische Eigenschaften des Merkmalsträgers ermöglichen. Dies ist aber der theoretische Optimalfall. Aus einem Bild des Gesichts kann z.B. auch das Geschlecht, das Alter oder die Hautfarbe einer Person ermittelt werden. Besonders kritisch in dieser Hinsicht sind vorrangig genotypische Merkmale und von diesen insbesondere die DNA, während hochgradig randotypische Merkmale prinzipbedingt eher als unverdächtig gelten.

Können biometrische Systeme Nutzer zu 100 Prozent erkennen?

Kein biometrisches System kann einen Nutzer zu 100Prozent erkennen, da die Rohdaten bei jeder Erfassung geringfügig anders sind. Eine gewisse Toleranz muss jedes System daher zwingend aufweisen. Diese notwendige Toleranz gegenüber leicht veränderten Eingaben kann aber zu Fehlentscheidungen führen. Hierbei gibt es zwei Fehlerarten: Wird eine unberechtigte Person erkannt, nennt man dies Falschakzeptanz. Wird ein Berechtigter nicht erkannt, erfolgt eine so genannte Falschzurückweisung. Je nach Anwendungsbereich sind hier unterschiedliche Grenzwerte akzeptabel. Aus Sicht des Datenschutzes sind solche Verfahren zu bevorzugen, die niedrige Fehlerraten aufweisen.


Was sind Falschakzeptanzrate und Falschzurückweisungsrate?

Die Falschakzeptanzrate oder FAR (false acceptance rate) beschreibt die Anzahl der Fälle, in der ein biometrisches Zugangssystem fälschlich den Zugang gewährt und die Person ohne Zugangsbrechtigung den Zugang gewährt.
Die Falschrückweisungsrate oder FRR (false rejection rate) beschreibt die Anzahl der Fälle, in der ein biometrisches Zugangssystem eine Person irrtümlich zurückweist und die Person trotz Zugangsberechtigung den Zugang nicht gewährt.


Wo kann Biometrie angewendet werden und welche Produkte gibt es?

Es gibt heute unzählige Bereiche, in denen die Biometrie eine ganz entscheidende Rolle spielt. Grenzkontrollen, der Schutz von Computernetzen und finanziellen Transaktionen, sowie Zugangskontrollen oder Zeiterfassung sind Bereiche, in denen diese Systeme schon verwendet werden.
Die Produktpalette reicht dabei von Türschlössern, Safes, PC Zugangssystemen (inklusive Sicherung von Dateien und geheimen Inhalten), Computermäusen, Keyboards, Web-Kameras, Zeit- und Anwesenheitssystemen. Biometrische Systeme erlauben einen sehr guten Komfort bei gleichzeitig sehr hoher Sicherheit.

Warum soll man biometrische Technologien einsetzen?

Persönliche, biometrische Merkmale sind einzigartig und können praktisch nicht übertragen werden. Des Weiteren bieten biometrische Sicherheitsanwendungen einen sehr hohen Komfort für den Anwender. Schlüssel, Karten, Passwörter oder PINs können nicht verloren, gestohlen oder vergessen werden. Abgesehen davon werden Administrations- bzw. Wartungskosten deutlich reduziert.

Welche Nachteile haben biometrische Verfahren?

Im wesentlichen sind die Nachteile folgende:
- Die Kosten für die erstmalige Beschaffung und Einrichtung von biometrischen Systemen sind noch relativ hoch
- Es gibt hygienische Bedenken bei berührungssensitiven Systemen
- Der Persönlichkeitsschutz ruft vielerorts Gegner und Kritiker dieser Systeme auf den Plan
- In der Praxis tauchen oft Probleme auf, wenn die biometrischen Merkmale gestört sind: Kleinigkeiten wie Schwielen, Blasen, Verletzungen oder Ähnliches stellen beispielsweise ein Gerät zur Erkennung der Handgeometrie vor echte Schwierigkeiten.

Bedeutet Biometrie nicht einen Verlust der Privatsphäre?

Der Einsatz von Biometrie kann den Schutz der Privatsphäre sogar unterstützen. Sie erschwert nicht-autorisierten Personen den Zugriff auf sensible Informationen und macht es schwieriger, die Identität eines Menschen zu „stehlen“.

Technik

Wie funktionieren biometrische Syteme?

Biometrische Systeme vergleichen einen aufgenommenen und anschließend verschlüsselten Datensatz mit der Formatvorlage, die während der Erstregistrierung aufgenommenen wurde.

Welche Standardisierungen biometrischer Systeme gibt es?

Weltweit gilt die ISO/IEC JTC1 SC 37, in Deutschland die DIN NI-37.
Was ist der Unterschied zwischen Identifikation und Verifikation?
Bei einer Identifikation wird das biometrische Merkmal mit allen im biometrischen System gespeicherten Referenzdaten verglichen. Gibt es eine Übereinstimmung, ist die Identifikation erfolgreich und der zum betreffenden Referenzdatum gehörende Name (z. B. User-ID) lässt sich weiterverarbeiten.
Bei einer Verifikation gibt der Anwender dem biometrischen System seine Identität vorab bekannt (z. B. die User-ID über Tastatur oder Karte). Das System muss das biometrische Merkmal dann nur noch mit der einer zur User-ID passenden Referenz vergleichen. Im Übereinstimmungsfall ist die Verifikation erfolgreich.
Ist im System nur ein Referenzdatum gespeichert, verhält sich die Identifikation wie eine Verifikation, nur dass der Berechtigte seine Identität nicht angeben muss. Beispiel: Einsatz im Handy, das nur von seinem Besitzer genutzt werden soll.

Welche Vorteile hat eine Verifikation gegenüber einer Identifikation?

Die Verifikation ist wesentlich schneller als die Identifikation, wenn die Zahl der Referenzdaten/ Anwender sehr hoch ist.
Die Verifikation ist biometrisch deutlich performanter als die Identifikation, insbesondere, wenn die Zahl der Referenzdaten/ Nutzer sehr hoch ist.

Welche Nachteile hat eine Verifikation gegenüber einer Identifikation?

Der Anwender muss dem biometrischen System seine Identität zunächst bekannt geben. Dies z. B. kann durch Eingeben einer User-ID oder durch Einführen einer Karte die diese Information enthält, geschehen. (Dies ist nur relevant, wenn das biometrische System mehrere Nutzer hat)

Welche grundlegenden Authentifikationsarten gibt es?

Folgende grundlegenden Authentifikationsarten gibt es:

- Biometrie "Wer ich bin"
Die Biometrie liefert von Natur aus das älteste Verfahren zur Identifikation von Menschen, und zwar durch unvergessbare und unverlierbare Körpermerkmale. Nachdem der Mensch die Erkennung seit Urzeiten selber durchführen musste, ist die Technik heute so leistungsfähig, dass sie ihm diese Aufgabe abnehmen kann.

- Wissen "Was ich weiß"
Hier erfolgt die Authentifikation durch geheime PINs und Passwörter, die sich der Berechtigte merken muss. Der Berechtigte muss sich das geheime Wissen mit dem Authentifizierenden teilen. Dies war für die Identifikation gegenüber Automaten bislang die am einfachsten zu realisierende Methode. Anwendung findet geheimes Wissen vielfach auch dort, wo mehrere Personen auf einfache Weise autorisiert werden sollen.

-Besitz "Was ich habe"
Beispiele für Authentifikation durch Besitz sind Schlüssel oder Karte/Ausweis (mit und ohne Chip), mit denen ich mir z. B. Zugang zu nichtöffentlichen Räumen verschaffe. Das Wesentliche ist das Vorhandensein verdeckter oder offener aber einmaliger Merkmale.

-Kombinationsverfahren
Aus Sicherheitsgründen ist es oft üblich, zwei oder drei der genannten Verfahren zu kombinieren, z. B. Bankkarte mit PIN. Nach obiger Definition gehört die Authentifikation durch ein auf Papier geschriebenes Passwort ausschließlich zur Gruppe Besitz, es handelt sich nicht mehr um geheimes Wissen!

Welche Vorteile bietet der kombinierte Einsatz von Chipkarten und Biometrie?

In der Biometrie bietet sich der Einsatz von Chipkarten an, um durch Kombination mit Besitz die Wahrscheinlichkeit von Falsch-Verifikation weiter zu reduzieren. Dazu werden in der Chipkarte nicht nur die Referenzmerkmale abgespeichert, sondern auch die Identitätsdaten des Anwenders. Zur Authentifikation ist die Karte dann zwingend zusammen mit der Erfassung der biometrischen Merkmale erforderlich.

Es ergeben sich folgende Vorteile:

- Keine zentrale Merkmals-Datenbank erforderlich
- Kompromittierung der biometrischen Merkmale ohne Besitz der Karte unkritisch
- Keine Eingabe der Anwender-ID über Tastatur erforderlich
- Bei Anwendung einer Chipkarte mit integriertem Kryptoprozessor und Merkmalsvergleicher sind Systeme konzipierbar, die eine Kompromittierbarkeit durch Auslesen und Entschlüsseln der biometrischen Daten ausschließen.
- Bei Kartendiebstahl kann Kartensperrung und Ausstellung einer neuen Karte veranlasst werden. Dazu ist lediglich ein auf der (Krypto-) Karte nicht auslesbar abgespeicherter geheimer Schlüssel zu wechseln.

Einen noch höherer Schutz als durch Einsatz einer Kryptokarte lässt sich durch Integration des biometrischen Sensors in die Karte erzielen. Dies ermöglicht einen wirksameren Schutz gegen das Einspielen von kompromittierten Datensätzen, wenn der Sensor kartenextern nicht "abhörbar" ist und die einzige Schnittstelle für die Eingabe biometrischer Daten darstellt. Allerdings liefern heutige Chipkarten noch nicht die hohe Rechenleistung, die für die dann auf der Karte erforderliche Merkmalsextraktion benötigt wird.

Was ist ein "Template"?

Ein Template enthält die biometrischen Daten in einer auf die einmaligen Merkmale reduzierten Form. Erzeugt wird ein Template durch den Arbeitsschritt der Merkmalsextraktion, der die vom biometrischen Sensor kommenden Rohdaten von allen überflüssigen Informationen befreit und auf diese Weise sowohl den Speicherbedarf als auch den Vergleichsaufwand reduziert. Die Definition des Templates ist hier unabhängig von seiner Nutzung als Referenz oder zur Verifikationsanfrage. (Manche Autoren bezeichnen nur das Referenz-Template als Template, das Anfrage-Template wird dann "Sample" genannt.)
Was versteht man unter Template-on-Card?
Bei "Template on Card" ist der extrahierte biometrische Referenzmerkmalsdatensatz (= Referenztemplate) elektronisch in einer Chipkarte gespeichert. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Die Chipkarte ist eine reine Speicherkarte, die Speicherung erfolgt unverschlüsselt
- wie 1, jedoch mit verschlüsselter Speicherung
- Die Chipkarte ist eine Prozessorkarte und bietet geheime Speicherungsmöglichkeiten
- Die Chipkarte ist eine Prozessorkarte mit Kryptofunktion

Die genannten Möglichkeiten erfüllen in aufsteigender Reihenfolge steigende Sicherheitsanforderungen. In allen Fällen ist zu beachten, dass die Kommunikationspartner der Chipkarte die Sicherheit des Gesamtsystems mitbestimmen.

Was versteht man unter Matcher-on-Card?

Bei Chipkarten mit integriertem Matcher erfolgt nicht nur die Speicherung, sondern auch der Vergleich der Referenzmerkmale mit den Anfragemerkmalsdaten auf der Karte. Die Karte benötigt deshalb einen integrierten Prozessor ("Smartcard").

Warum können PINs und Passwörter ein Sicherheitsrisiko sein?

Damit ein Passwort als relativ „sicher“ bezeichnet werden kann, sollte es möglichst lang sein, in keinem Wörterbuch vorkommen und am besten auch gleich noch ein paar Sonderzeichen wie §, +, ? oder Ähnliches enthalten. Natürlich darf man es nirgends aufschreiben und es sollte spätestens alle 3 Monate geändert werden. Da es heutzutage Passwörter für viele Bereiche (Handy, Computer, Netbanking, Bankomatkarte, etc.) gibt, verwendet der Anwender daher in der Regel nur ein „Allround“ Passwort. Das Passwort ist eben sehr maschinen-, dafür aber wenig benutzerfreundlich.

Ist Biometrie "sicherer" als Passwörter?

Diese Frage enthält mindestens zwei Probleme: Biometrie nicht gleich Biometrie, und der Begriff "sicher" wird zwar in der Umgangssprache gern benutzt, ist aber eigentlich nicht allgemeingültig, sondern eher heuristisch definiert. Es gibt jedoch Pro- und Kontra-Argumente, die wenigstens eine intuitive Antwort ermöglichen.

Erwiesen ist, dass die Sicherheit von passwortgeschützten Werten in besonders starkem Maße vom Anwender abhängt. Wenn der Anwender sich zu viele Passwörter merken muss, wird er versuchen, ein Passwort für möglichst viele Anwendungen zu benutzen. Ist ihm diese Möglichkeit verwehrt, bleibt als nächstes die Konstruktion sehr einfacher Passwörter. Ist auch dies nicht machbar (Beispiele: Der Benutzer bekommt das Passwort vorgegeben oder die Bildungsregeln sind zu komplex), wäre eine nächste Rückfallstufe das Aufschreiben der Passwörter auf Papier, was dann aus "geheimem Wissen" "persönlichen Besitz" macht. Natürlich wird nicht jeder Anwender zwangsläufig so reagieren. Vielmehr spielt die Motivation des Anwenders eine wesentliche Rolle: Ist ihm überhaupt der mögliche Schaden eines leichtfertigen Umgangs mit Passwörtern bewusst? Einfach ist die Sache, wenn der Anwender seinen eigenen Besitz schützen möchte. Häufig geht es aber eher darum, "fremdes" Gut zu schützen (z. B. das des Arbeitgebers), dessen Wert man nicht recht einschätzen kann. Fehlt die Motivation, wird jedes Passwort vor allem als lästig empfunden. In diesem Fall, und das scheint der Normalfall zu sein, kann man davon ausgehen, dass Biometrie klare Vorteile hat.

Andererseits zeichnen sich Passwörter durch eine unschlagbare theoretische Schutzfähigkeit aus: Ein achtstelliges Passwort, das alle (Sonder-) Zeichen eines 8-bit-Alphabets enthalten darf, bietet 1020 Kombinationsmöglichkeiten! Da tut sich im direkten Vergleich jedes biometrische Merkmal schwer. Die Voraussetzungen sind klar: Solch ein Passwort ist maximal schwer zu erlernen, es darf nicht aufgeschrieben werden, es darf nicht weitergegeben werden, die Eingabe muss absolut geheim erfolgen, es darf nicht erpresst werden, und die technische Realisierung muss perfekt sein. Damit sind wir bei der praktischen Seite: Die Realisierung muss gefeit sein gegen Angriffe wie Replayattacken, Tastaturattrappen (z. B. falsche Geldautomaten), Abhören usw. Auch biometrische Merkmale haben mit solchen Problemen zu kämpfen. Jedoch kann man davon ausgehen, dass biometrische Merkmale nicht leichter abzuhören sind als Passwörter, gleichen Realisierungsaufwand vorausgesetzt!
Schlussfolgerung: Es gibt sicher Fälle, in denen Passwörter mehr Sicherheit bieten können als biometrische Charakteristika. Normalfälle sind dies jedoch nicht!

Gibt es gesundheitliche Bedenken?

Nein! Die Aufnahme von biometrischen Daten ist vollkommen sicher und stellt absolut keine Gefahr für die Gesundheit oder das Wohlbefinden des Menschen dar. Seit biometrische Systeme zum ersten Mal in den 80iger Jahren eingesetzt wurden, gibt es keine bekannten Fälle gesundheitlicher Schäden.

Fingerprint

Gibt es verschiedene Fingerabdruck-Erkennungsverfahren?

Es gibt zwei Fingerabdruck-Erkennungs-Technologien., die ältere Bestätigungs- (oder 1:1) und die neuere Identifikationstechnologie (1:N)?

Identifikation erlaubt die Erkennung einer Person aufgrund ihres Fingerabdruckes. Die Person braucht nur den Finger auf das optische Lesegerät (Reader) zu legen und das Ergebnis ist der Name dieser Person im Display.

Verifikation ist die Technologie, die den Fingerabdruck einer in der Datenbank registrierten Person mit der Person abgleicht, die behauptet selbige Person zu sein. Deswegen benötigt diese Methode außerdem ein Passwort oder eine Identitätskarte.

Die Identifikationstechnologie vergleicht auf effiziente Art und Weise den erfragten Fingerabdruck mit allen gespeicherten Fingerabdrücken im System. Die Verifikationstechnologie vergleicht den Fingerabdruck mit dem bereits gespeicherten Fingerabdruck dieser Person. Deshalb werden diese Methoden auch 1:N und 1:1 genannt.

Welche sind die am häufigsten auftretenden Probleme mit Fingerabdrücken? Hat jeder einen Fingerabdruck?

Jede biometrische Methode kann eine Ablehnung hervorrufen, da menschliche und biologische Merkmale involviert sind. Das bedeutet, dass sogar der Fingerabdruck einer bereits gespeicherten Person nicht erkannt werden kann. Dies wird "false rejection" genannt und passiert mit jeder Technologie und bei jedem Hersteller.

Dieses Problem tritt zwar sehr selten auf (< 0,1%), aber es ist wichtig zu wissen, dass es diese Möglichkeit gibt, so dass man schon während der Implementierungsphase planen kann, was in dem Fall zu tun ist. Meistens passiert es bei älteren Personen und Kinder bis 6 Jahren. Auch chemische Substanzen können zeitweise eine Reduzierung der Qualität des Fingerabdrucks herbeirufen. Darüber hinaus gibt es Menschen die aufgrund von biologischen Konditionen die mit dem Wetter oder mit dem eigenen Organismus zusammenhängen während bestimmten Perioden im Jahr keinen Fingerabdruck haben. In diesen Fällen müssen alternative Methoden mit z.B. Dokumenten, Passwörter oder Zutrittskarten genutzt werden.

Jedoch passieren viele Zurückweisungen aufgrund eines Fehlers bei der Aufnahme: durch die nur teilweise Erfassung eines Fingerabdrucks, meistens die Fingerspitze oder –seite. Dies erhöht das Risiko der Ablehnung, da beim nächsten Lesen des Fingerabdrucks sich diese unterscheidet vom gespeicherten Bild. Eine korrekte Aufnahme ist die beste Methode fehlerhafte Ablehnungen zu vermeiden.

Brauche ich Fingerabdruckbilder? Was ist ein Template?

Der Reader erfasst das Bild eines Fingerabdrucks, das mit einer speziellen Software bearbeitet wird, damit einige charakteristische Merkmale, auch Minutiae genannt, extrahiert werden. Ein normaler Fingerabdruck hat etwa 50 Minutiae. Ungefähr 13 sind notwendig für eine eindeutige Identifizierung.

Nachdem alle Details extrahiert wurden, werden diese zusammengefügt, und es entsteht ein Template, welches aus Details eines Fingerabdrucks besteht. Die Identifikation geschieht nicht durch das ganze Bild, sondern über einen Prozess mit Dreiecksbildern und den geometrischen Zusammenhängen zwischen den Details.

Kann ein Fingerabdruck sich von einem Schnitt erholen? Beeinflussen diese die Identifizierung?

Bis auf einige Fälle, bei denen eine Schnittwunde eine Narbe hinterlässt, wird der Fingerabdruck sich ohne Probleme so erholen, dass das ursprüngliche Aussehen wiedererlangt wird. Sogar mit einem Schnitt und einer Narbe wird der Fingerabdruck einfach identifiziert, da nur 13 Details dazu benötigt werden und jeder Fingerabdruck etwa 50 Details besitzt.

Haben Zwillinge die gleichen Fingerabdrücke? Sind die Fingerabdrücke einer Person identisch?

Sogar identische Zwillinge haben unterschiedliche Fingerabdrücke. Fingerabdrücke werden schon seit Tausenden von Jahren benutzt und sogar heutzutage, mit riesigen Datenbeständen mit mehreren Millionen Fingerabdrücken, wurden noch keine identischen gefunden. Übrigens hat auch jeder einzelne Finger und Zeh einen unterschiedlichen Fingerabdruck.

Was ist der Vorteil von Fingerabdruckverfahren im Vergleich zu anderen biometrischen Methoden?

Der Fingerabdruck ist die preisgünstigste, schnellste, bequemste und meist zuverlässige Methode jemanden zu identifizieren. Deswegen hat die Fingerabdruck-Identifikation auch 2/3 des weltweiten biometrischen Marktes. Und der Tendenz hinsichtlich des Einsatzes ist ansteigend. Immer öfter wird die Fingerprint Identifikation in Autos, Mobiltelefonen, PDA's, PC's und Dutzenden anderen Produkten und Geräten eingesetzt.

Gesichtserkennung

Was ist der Unterschied zwischen face detection und face recognition.

Es ist zu unterscheiden zwischen der Lokalisation eines Gesichts im Bild (engl. face detection) und der Zuordnung des Gesichts zu einer bestimmten Person (engl. face recognition). Im ersten Fall wird geprüft, ob und wo ein Gesicht zu sehen ist und im zweiten Fall wird bestimmt, wer zu sehen ist.

Iris

Wie gut ist das Biometrie-Merkmal "Iris"?

Die Iris oder "Regenbogenhaut" ist der farbige Gewebering, der die Pupille umschließt. Ihre charakteristischen, biometrisch nutzbaren Merkmale werden als Corona, Krypten, Fasern, Flecke, Narben, radiale Furchen und Streifen bezeichnet. Die Farbe der Iris wird nicht berücksichtigt. Die Einzigartigkeit von Irismustern ist unbestritten. Sie liegt nicht nur bei eineiigen Zwillingen vor, sondern sogar bei den beiden Augen einer Person. Der Iris-Scan gilt deshalb als eines der genauesten biometrischen Authentifizierungsverfahren.

Wie funktioniert die Iriserkennung?

Zur Erfassung der Irismuster werden Schwarz-Weiß-CCD-Kameras eingesetzt, die den handelsüblichen Videokameras ähnlich sind. Beim hier verwendeten Verfahren findet eine motorisch bewegte Weitwinkel-Kamera selbstständig die Iris. Anschließend sucht ein Programm aus den digitalisierten Daten des aufgenommenen Bildes nach mehr als 240 individuellen Iris-Merkmalen und erzeugt daraus einen 512 Byte kleinen Datensatz als alphanumerischen Code (Template). Später wird dann das aktuell erzeugte mit dem gespeicherten Template verglichen.

Ist eine Teilnahme auch mit Kontaktlinsen oder Brillen möglich?

Ja. Bei der Registrierung sollte eine Brille zur sicheren und schnellen Erfassung allerdings abgesetzt werden. Das Tragen von klaren Kontaktlinsen stellt kein Hindernis dar, sie müssen auch während des Registrierungsvorgangs nicht entfernt werden. Lediglich eingefärbte Kontaktlinsen sind problematisch und so genannte "Modekontaktlinsen" mit aufgedrucktem Irismuster dürfen überhaupt nicht benutzt werden.

Kann der Iris-Scan den Augen schaden?

Nein. Der Erfassungsvorgang entspricht dem Fotografieren und ist völlig unschädlich. Es wird Standard-Videotechnik genutzt, die weder Laser noch grelles Licht verwendet.

Können auch Personen mit Augenfehlern/-erkrankungen teilnehmen?

Es kommt darauf an, um welchen Augenfehler/-erkrankung es sich handelt. Bei folgenden medizinischen Einschränkungen ist eine zuverlässige Erfassung der Iris-Merkmale nicht möglich:

Morbus Wilson, Irisitis, Pupillenanomalie, physische Zerstörungen, Nystaghmus

Diese Aufzählung kann allerdings nicht abschließend sein.

Können durch die Iris-Erkennung Krankheiten oder Keime übertragen werden?

Nein. Das Verfahren ist hygienisch unbedenklich, weil es berührungslos erfolgt. Es genügt, wenn das Gesicht der Kamera in einer Entfernung von ca. 30 - 50 cm dargeboten wird.

Lassen sich aus dem Iris-Muster weitere Informationen ableiten, z. B. über Krankheiten einer Person?

Ja. In der medizinischen Diagnostik gibt es Methoden, die auf dem Befund der Iris beruhen. Bei allen Iris-Erkennungsverfahren wird jedoch ausschließlich ein automatisierter Vergleich des gespeicherten Templates mit dem aktuell erzeugten Template durchgeführt. Sekundärinformationen werden weder erzeugt, noch verarbeitet. Die Systeme können daher nichts über Ihren medizinischen Zustand oder andere physische Merkmale aussagen. Es ist auch nicht möglich, aus dem gespeicherten alphanumerischen Code das Iris-Bild des Teilnehmers zu rekonstruieren.