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| Abb. Leonardo da Vinci: "Der vitruvianische Mensch" |
Der Begriff Biometrie leitet sich von den griechischen Wörtern "bios" (Leben) und "metron" (Maß) ab. Biometrie ist als Lehre von der Anwendung mathematisch-statistischer Methoden auf die Mess- und Zahlenverhältnisse der Lebewesen und ihrer Einzelteile definiert. Etymologisch ist Biometrie die Technik der Erkennung einer Person anhand persönlicher Charakteristika. Da mit Hilfe der Biometrie physische (körperliche) oder verhaltenstypische Merkmale erfasst und ausgewertet werden können, ist sie als Wissenschaft der Körpermessung von Lebewesen zu verstehen.
In der Informationstechnologie bedeutet Biometrie das Erkennen von Personen aufgrund ihrer persönlichen Eigenschaften. Biometrische Erkennung durch ein biometrisches System verfolgt das Ziel, eine mittels automatisierter Messung durch ein spezifisches Merkmal bestimmte Person von anderen unterscheidbar zu machen. Im Gegensatz zur Forensik muss bei biometrischen Verfahren die Erkennung automatisch und in Echtzeit erfolgen.
Das Ziel einer biometrischer Erkennung ist stets, die Identität einer Person zu ermitteln (Identifikation) oder die behauptete Identität zu bestätigen oder zu widerlegen (Verifikation). Authentizität und damit die Übereinstimmung einer behaupteten mit der tatsächlichen Identität ist neben Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit eines der herausragenden Sicherheitsziele im informationstechnologischen Zusammenhang. Von den drei Möglichkeiten der Authentisierung von Personen anhand von Wissen, Besitz oder Sein bieten sich biometrische Systeme, die auf einer biometrischen Erkennung beruhen, zur Gewährleistung der Authentizität am ehesten an. Denn während bei Wissen ein künstlich generierter Code wie eine Geheimzahl oder ein Passwort sowie bei Besitz ein Element wie eine Karte nur mittelbar durch eine gewollte Zuweisung einer bestimmten Person temporär zugeordnet wird, sind Seins-Merkmale wie körperliche Eigenschaften oder Verhaltensweisen unmittelbar und – sofern für die Biometrie von Bedeutung – in der Regel dauerhaft an eine Person gebunden. Eine (beabsichtigte oder unfreiwillige) Trennung von der Person kann grundsätzlich nicht stattfinden.
Abgrenzung
Biometrik, als stark verwandtes Wort zur Biometrie auch vielfach fälschlicherweise als Synonym dafür verwendet, wird vor allem im Zusammenhang mit mathematischer Vermessung und Statistik in der Medizin und Biologie verwendet. Dabei versucht man mit empirischen Untersuchungen Erkenntnisse über medizinische, psychologische, ökologische oder biologische Zusammenhänge zu finden. Dieser Bereich ist häufig auch unter dem Namen der „klassischen Biometrie“ zu finden. Die beiden Begriffe Biometrie und Biometrik sind also nicht austauschbar und werden auch in der englischen Literatur mit „biometry“ (Biometrie) und „biometrics“ (Biometrik) eindeutig unterschieden.



